Bienen

 

Das ist der Überbegriff einer sehr großen Insektenfamilie. Weltweit gibt es rund 20.000 Bienenarten (700 Arten davon in Europa). Manche Arten bilden Staaten, produzieren Honig und sind wehrhaftig, andere wiederum leben solitär. Unsere heimische Honigbiene ist die Apis mellifera Carnica.

Bienen vollbringen große Leistungen und stehen daher in der Reihe der wichtigsten Nutztiere Europas auf Platz drei. An erster Stelle steht das Rind, an zweiter das Schwein und schon an dritter Stelle kommt die Biene - ein Tier, welches von den meisten Menschen eher sehr einseitig gesehen wird. Die Einen mögen die Biene nicht, weil sie stechen kann, die Anderen lieben sie, weil sie Honig produziert. Aber das ist längst noch nicht alles. Bienen nehmen in ihrer Funktion als Bestäuber von Nutz- und Wildpflanzen eine derart zentrale Rolle ein, das es ohne sie auf den regionalen Märkten sehr leer aussähe. Nicht nur wegen des fehlenden Honigs, sondern auch weil Obst und Gemüse Mangelware wären. Denn rund 85 % der Erträge im Pflanzen- und Obstbau hängen davon ab, ob die Bienen die Pflanzen bestäubt haben oder nicht.

Eine Honigbiene ist ein erstaunlich geselliges Tier. Sie lebt im Sommer in einem Volk von ca. 50.000 Arbeitsbienen, 2.000 Drohnen und einer Königin auf kleiner Fläche in ihrem Bienenstock. Wenn es kälter wird, lässt die Brutpflege nach und im Winter geht die Anzahl der Bienen deshalb auf ca. 8.000 Tiere zurück. Diese verbringen die kalte Jahreszeit in Winterruhe im Stock, sparen dort durch relative Bewegungslosigkeit und dem Aneinanderhaften in einer Art Traube Energie und können so auch niedrige Temperaturen gut überstehen und mit Beginn des Frühlings wieder ausfliegen.

Das einzelne Tier fliegt täglich bis zu 30 Mal aus und besucht pro Flug 200 bis 300 Blüten, sammelt deren Nektar und nimmt am Pelz die Pollen mit, die dann in der nächsten Pflanze die Bestäubung ermöglichen. An guten Tagen schafft ein Volk mehrere Kilogramm Nektar in den Stock.

Wenn eine gute Nektarquelle gefunden ist, können Bienen sich deren Lage im Verhältnis zur Sonne und zum Stock merken und diese Information den anderen Bienen erstaunlich präzise mitteilen. Das geschieht über Tanzformationenen, die für die Bienen das sind, was für den Menschen das Sprechen ist.

Die drei Bienenwesen

 

Königin

Die Königin ist das einzige Eier legende Weibchen im Bienenvolk. Sie geht aus einem befruchteten Ei hervor. Ihre Entwicklung währt 16 Tage von der Eiablage bis zum Schlupf. Sie wird während ihrer Brunft - günstige Witterungsverhältnisse vorausgesetzt - mehrmals, und zwar von verschiedenen Drohnen, begattet. Die Nachkommen einer Königin bilden daher mehrere Geschwisterscharen, die untereinander Halbgeschwister sind.

Die Königin kann ein Alter bis zu 6 Jahren erreichen. Soll ein Bienenzuchtbetrieb ertragreich bleiben, dann empfiehlt es sich, Königinnen nicht älter als höchstens 3 Jahre werden zu lassen und sie dann gegen junge auszutauschen!

Denn mit dem Älterwerden der Königin läßt deren Eilegevermögen mehr und mehr nach, folglich nimmt auch der Nachwuchs an Bienen ab.

 

Drohn

Die Drohnen sind die Männchen im Bienenvolk. Sie gehen aus unbesamten Eiern hervor - besitzen daher nur einen einfachen Chromosomensatz, der den Erbanlagen der Mutter entspricht. Sie haben also keinen „direkten“ Vater, wohl aber einen Großvater, da ihre Mutter aus einem befruchteten Ei hervorging. Ihre Entwicklung dauert etwa 24 Tage.

Drohnen werden - vom Ei an gerechnet - um den 35.Tag geschlechtsreif. Darauf ist bei der Königinnenzucht grundsätzlich zu achten! Auch die Drohnenvölker müssen rechtzeitig erstellt werden, damit bis zum Hochzeitsflug der Jungköniginnen genug Drohnen vorhanden sind.

Drohnen erscheinen in den Völkern etwa von Mitte April bis Ende August. Von weiselrichtigen Völkern werden sie Ende des Sommers aus den Völkern verdrängt - Drohnenschlacht. Sie überwintern daher unter normalen Verhältnissen nicht.

Der Zweck der Drohnen ist es, jungfräuliche Königinnen zu begatten. Diese Aufgabe können sie nur einmal erfüllen, weil sich dabei ein Teil ihres Geschlechtsapparates von ihnen trennt. Dieser Teil bleibt im Geschlechtsvorhof der Königin zurück und bildet das sogenannte Begattungszeichen. Die Drohnen gehen beim Begattungsakt zugrunde.

 

Arbeitsbiene

Die Arbeitsbiene ist das Produkt von Königin und Drohn; sie geht aus einem befruchteten Ei hervor. Ihre Entwicklung dauert 21 Tage. Die Arbeitsbienen haben sämtliche Arbeiten zu besorgen, wie das Säubern der Zellen, die Pflege der Königin, das Ernähren und Erwärmen der Brut, die Wachserzeugung und den Zellenbau, das Säubern und Lüften der Behausung des Volkes, den Wachdienst vor dem Flugloch, das Verteidigen des Volkes gegen Feinde und das Sammeln von Pollen, Nektar, Wasser und Kittharz.

Bei den Arbeitsbienen unterscheiden wir Sommer- und Winterbienen. Sommerbienen erreichen ein Alter von höchstens 6 Wochen, Winterbienen werden hingegen 6 bis 8 Monate alt.

Am Höhepunkt der Volksentwicklung birgt ein Volk zu Sommerbeginn bis zu 50.000 Bienen. Während des Winters sinkt die Zahl auf etwa 8.000 bis 12.000.

Die drei Bienenwesen