Die Varroamilbe

Varroamilbe

In den 70er-Jahren wurde die Varroamilbe (Varroa destructor, früher: Varroa jacobsoni) nach Europa eingeschleppt. Zur Zeit gibt es noch keine Honigbiene, die tolerant gegen die Varroamilbe ist und völlig ohne den Einsatz von imkerischen Maßnahmen überleben kann. Daher muss jeder Imker die Milben im Auge behalten und eine ganzjährige Bekämpfungsstrategie haben.

 

Die Milbe ist oval (1,4 mm breit / 1,2 mm lang), flach gebaut und dunkelbraun gefärbt. Sie hat acht Beine. Die Varroa Weibchen sitzen bevorzugt unter den Panzerringen auf dem Rücken und dem Hinterleib der Bienen. Die Milbe verletzt mit ihren Mundwerkzeugen die Haut der Biene (Gelenkhaut) und saugt Bienenblut. Zur Vermehrung steigt die Milbe von der Biene und klettert bevorzugt in Drohenenbrutzellen, aber auch in Arbeiterinnenzellen, die kurz vor der Verdeckelung stehen. In der verdeckelten Zelle legt die Milbe ihre Eier. Sowohl die "Mutter-Milbe" als auch ihre Nachkommen saugen Bienenblut und schädigen deshalb die Brut. Die weiblichen Jungmilben werden noch in der Brutzelle vom Milbenmännchen begattet. Die Entwicklung der jungen Milben ist ein Wettlauf mit der Zeit. Da der Drohn eine längere Entwicklungszeit besitzt, können sich in Drohnenzellen mehr Milben fertig entwickeln als in Arbeiterinnenzellen. Mit der Biene verlassen auch die Milbenweibchen die Brutzelle - das Milbenmännchen stirbt noch innerhalb der Brutzelle. Statistisch gesehen entwickeln sich in einer Drohnenzelle mindestens zwei junge Milben, in der Arbeiterinnenzelle ca. 1,5 Milben. Als Faustregel gilt, dass sich alle drei Wochen die Anzahl der Milben in der Brutphase verdoppelt. Sowohl die alte Milbe als auch die jungen Milben dringen nach einigen Tagen Aufenthalt auf erwachsenen Bienen erneut in Brutzellen ein, um sich zu vermehren.

Maßnahmen zur Bekämpfung:

  • Drohnenbrutausschneiden von April bis Juli
  • Bildung von Brutablegern, in denen eine Behandlung stattfinden kann
  • Mindestens eine Behandlung nach der letzten Honigernte mit Ameisensäure - Hauptbehandlung
  • Eine Thymolbehandlung zwischen den Fütterungsphasen
  • Eine Oxalsäurebehandlung in der brutlosen Zeit - Restentmilbung
  • Kontrolle des Milbentotenfalls innerhalb des Bienenjahres als Barometer für die Milbenpopulation im Volk